Herzlich Willkommen

Wir freuen uns, dass Du auf unserer Homepage bist!

Die Bibel besser verstehen

 

Ich bin bei euch bis zum Ende der Welt!

Irrtümer der Bibelauslegung - Teil 12

(Teil 13 folgt im Februar 2023)

Die Bibel ist ein Buch, dessen Texte Jahrtausende alt sind und doch sprechen diese in unser Leben hinein. Doch beim Lesen der Bibel stehen wir vor der Herausforderung diese uralten Texte richtig auszulegen. Das kann durch Veränderungen in der Sprache, Kultur und meiner eigenen Lebenssituation eine echte Herausforderung werden. Diese Artikelreihe geht auf gebräuchliche Irrtümer der Bibelauslegung ein.

Wenn Christen über Gott nachdenken, und sich fragen, welche Eigenschaften er hat, suchen sie manchmal nach Bibelstellen, die das belegen.
Und an sich tun sie gut daran, denn über Gott wüssten wir sehr wenig, wenn wir die biblischen Texte nicht hätten.
Auf der Suche nach Bibelstellen über Gottes Eigenschaft der Allgegenwart stößt mancher Christ an seine Grenzen.
Es gibt hier nicht allzu viele. Wir haben in Bibel zwar viele Aussagen über Gott, in denen er sagen lässt „Ich bin da“, aber das können natürlich auch nur Belege dafür sein, dass Gott dieser betreffenden Person in einer bestimmten Situation eben seine Gegenwart zusagt.
Nun wird auf dieser Suche manchmal aus dem Missionsbefehl zitiert, in dem Jesus sagt:

„Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende (Matthäus 28,20b).“

Hier denken wir schnell an ein Weltbild im Altertum, in dem die Menschen die Erde nicht als Kugel, sondern ihrem Erleben nach als Scheibe verstanden haben. Demnach wäre Jesus überall, eben bis zum (geografischen) Ende der Welt.
Doch meint diese Aussage das wirklich?
Ein Vergleich mit anderen Bibelübersetzungen bringt uns hier auf die Spur.
So heißt es in der Elberfelder- „bis zur Vollendung des Zeitalters“ und in der Neues-Leben-Übersetzung „bis ans Ende der Zeit.“
Diese beiden Übersetzungen treffen die ursprüngliche Bedeutung viel besser als die oben genannte.

Jesus macht keine geografische Aussage, sondern eine zeitliche.
Diese Welt mit all ihren schönen und schrecklichen Seiten ist zeitlich begrenzt.
Gott selbst bestimmt den Zeitpunkt ihres Endes, auch wenn wir nicht genau wissen, wann dieses geschehen und wie es konkret aussehen wird.
Jesus ermutigt seine Jünger, ihren Missionsauftrag gewissenhaft und
leidenschaftlich auszuführen, eben weil er sich hinter diesen Befehl stellt, bis die ‚Sanduhr dieser Welt‘ abgelaufen ist.

Die Menschen sind jeden Tag dem Ende dieser Welt einen Schritt näher als am vorangegangenen.
Mancher verzweifelt angesichts des Bösen in dieser Welt und zieht sich aus dieser Welt zurück.
Das wird dann fromm klingend mit dem Begriff „Wir machen uns endzeitfest“ verschleiert.
Doch Jesus sendet uns genau in diese oft so böse, ungerechte und verlorene Welt mit dem Auftrag, als Zeugen auf ihn hinzuweisen.
Gerade diese Adventszeit ist eine gute Möglichkeit dazu.
Mancher hört hier viel bereitwilliger auf die Gute Nachricht von Jesus, dass er gekommen ist, um Menschen zu retten.
Gott liebt seine Menschen und möchte, dass sie mit einstimmen in den
Lobgesang der Engel:
„ Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines
Wohlgefallens (Lukas 2,14).“


Marc Pietrzik - Pastor