Evangelische Freikirche Fuldatal

Jahreslosung 2022

„Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

Joh 6,37 (E)

Bibel besser verstehen...

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Der Reichtum Salomos

Irrtümer der Bibelauslegung #09

Die Bibel ist ein Buch, dessen Texte Jahrtausende alt sind und doch sprechen diese in unser Leben hinein. Doch beim Lesen der Bibel stehen wir vor der Herausforderung diese uralten Texte richtig auszulegen. Das kann durch Veränderungen in der Sprache, Kultur und meiner eigenen Lebenssituation eine echte Herausforderung werden. Diese Artikelreihe geht auf gebräuchliche Irrtümer der Bibelauslegung ein.

Knapp ein Drittel aller biblischen Texte sind Erzählungen und damit die größte Textsorte der Bibel. Das erstaunt so manchen, würde man  doch mehr Bücher erwarten, die Themen wie „So ist Gott“ oder „So soll Gemeinde funktionieren“,  bearbeiten. Doch Gott hielt es wohl für richtig, sich und seinen Plan schwerpunktmäßig in Form von Erzählungen an uns Menschen weiterzugeben. Was könnten die Gründe sein? Erzählungen haben die Eigenschaften, dass sie einerseits eine fortlaufende Handlung beschreiben und zugleich der Leser sich stark mit ihr und ihren Charakteren identifiziert. Beides scheint für das Leben als Christ von entscheidender Bedeutung zu sein. Das Leben mit Gott ist ja schließlich auch eine fortlaufende Geschichte und wir leben von warnenden und ermutigenden Vorbildern.

Die Herausforderung für uns als Bibelleser ist, die verschiedenen Charaktere einzuordnen, denn nicht immer bewertet der Erzähler sie ausdrücklich. So wird König Hiskia mit den Worten „… er tat, was dem HERRN wohlgefiel, ganz wie sein Vater David“ (2.Könige 18,3) positiv, und sein Sohn Manasse hingegen mit „so tat er viel von dem, was dem HERRN missfiel, um ihn zu erzürnen“ (2.Könige 21,6) sehr negativ bewertet. Dem einen sollen wir nacheifern, der andere soll uns ein abschreckendes Beispiel sein.

Viel schwieriger ist es für uns, wenn der Autor einen Charakter und sein Verhalten eben nicht ausdrücklich bewertet wird. Eine solche Passage haben wir in 1.Könige 10, 14-29 in der ein Teil von König Salomos Regentschaft beschrieben wird. Der Erzähler beschreibt uns seinen Reichtum (14f), seinen repräsentativen Thronsaal (16-20), seine beeindruckende Handelsflotte (22), seine große Weisheit (23-26) und schließlich seine mächtige Kavallerie (27-29). Stellt der Autor König Salomo damit ein gutes Zeugnis aus, denn schließlich war es doch ein Versprechen Gottes, dass er Salomo auch mit Reichtum segnen würde (1.Könige 3,10-13). Doch diese Wertung ist nur ein Teil der ganzen Wahrheit, denn es gab ein uraltes, prophetisches Gesetz, das die Herrschaft eines möglichen Königs umriss (5.Mose 17,14-20). Hier wird gewarnt vor einem trügerischen Vertrauen auf militärische Stärke durch eine starke Kavallerie (14-16), einem Harem (17a vgl. 1.Könige 11,1-13) und großen Reichtum in Form von Silber und Gold (17b). Wenn man die Texte aus 5.Mose und 1.Könige vergleicht, bleibt wohl nichts anderes übrig als den Abschnitt in 1.Könige 10,14-29 als für Salomo wenig schmeichelnde Überleitung zu seinem späteren Götzendienst zu verstehen (vgl. 1.Könige 11,4-8). Doch die Bewertung überlässt der Autor uns.

Was können daraus für unserer Bibellesen lernen? Wo der Autor uns seine Sicht der Dinge nicht auf die Nase bindet, sollen wir eigenständig eine Bewertung vornehmen; diese kann negativ, positiv oder auch ein Gemisch aus beidem sein. So motivieren uns die Charaktere, Gottes Wege zu gehen.

Marc Pietrzik

Monatslosung Juni 2022

„Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod."
Hld 8,6 (L)

 

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